Veröffentlicht am:
Bei der Einführung eines Home Energy Management Systems (HEMS) durch Stadtwerke spielen erfahrungsgemäß eine Reihe von strategischen und kommerziellen Fragestellungen eine Rolle. Daher unterscheidet sich die konkrete Umsetzung des Rollouts von Unternehmen zu Unternehmen.
Beitrag Nr. 4 der Veröffentlichungs-Reihe der Anbieter der Prosumer-Plattform Initiative.
Bei der Einführung eines Home Energy Management Systems (HEMS) durch Stadtwerke spielen erfahrungsgemäß eine Reihe von strategischen und kommerziellen Fragestellungen eine Rolle. Daher unterscheidet sich die konkrete Umsetzung des Rollouts von Unternehmen zu Unternehmen. Insbesondere die Auswahl der primären Zielgruppen, der Vertriebskanäle und die Preisgestaltung variieren. Dennoch kann clever-PV in der Umsetzung der HEMS-Einführung bei seinen Partnern auch viele Parallelen feststellen.
Derzeit kooperiert clever-PV mit 26 Energieversorgern in Deutschland. Sie empfehlen oder verkaufen aktiv ein clever-PV HEMS an ihre Kunden. Darunter sind auch 20 Stadtwerke.
Für 14 der 20 Stadtwerke (70 %) betreibt clever-PV eine Whitelabel-App. Lediglich sechs vertreiben oder empfehlen die App „clever-PV“, die als unabhängiges HEMS in den App Stores zum Download zur Verfügung steht. Das zeigt: Den meisten Stadtwerken ist es wichtig, das HEMS eng in die eigene Marken- und Produktwelt einzubinden. Das HEMS soll ein zentrales Element der eigenen Produktstrategie werden, da man sich dadurch mittelfristig strategische Vorteile verspricht. Dazu zählen insbesondere die Kundenbindung, Cross-Selling sowie die Vermarktung der Flexibilität der Endgeräte.
Daher ist es auch nur folgerichtig, dass eine Mehrheit der Stadtwerke mit Whitelabel-App die Anbindung zu Bestandssystemen unternimmt. So haben 40 % ein Single-Sign-On mit dem Kundenportal bereits umgesetzt und 65 % die Anbindung an das Abrechnungs- bzw. ERP-Backend. Das Ziel ist klar: Für die Nutzer soll die Customer Journey möglichst einfach sein. Der Login in der neuen HEMS-App soll mit den bekannten Zugangsdaten funktionieren und die Tarifinformationen sowie Messwerte aus dem intelligenten Messsystem sollen automatsch hinterlegt sein.
Für viele Partner stellt die Integration von Portalen und Abrechnungssystemen aber eine Herausforderung dar. Viele der eingesetzten Bestandssysteme verfügen noch nicht über nötige Schnittstellen oder diese müssen von den Anbietern erst noch freigeschaltet werden. Häufig wird auch eine Migration auf neue Systeme geplant und die internen IT-Ressourcen für die Betreuung der Anbindungs-Projekte sind mit anderen Projekten belegt. Daher sind einige Partner derzeit noch nicht in der Lage, die Tiefenintegration vorzunehmen.
Für die Zukunft wird die Anbindung aber von den allermeisten Stadtwerken avisiert. Denn die Zuordnung der Nutzer des HEMS zu den Kundendaten im ERP-System erlaubt neue datengetriebene Geschäftsmodelle. Informationen aus unterschiedlichen Systemen können zusammengeführt werden. Viele Prozesse können dadurch optimiert werden, von der Energiebeschaffung bis zum Cross-Selling.
Denn gerade hierfür eignet sich die HEMS-App ganz besonders. So wird sie deutlich häufiger aufgerufen als das Kundenportal. Einstellungen am Ladeplan für das E-Auto oder einen Blick auf den Status der Geräte bringen clever-PV Nutzer durchschnittlich sechsmal pro Monat in die App. Über ein Content Management System können Stadtwerke Kontakt aufnehmen und eigene Markeninhalte sowie Produktangebote platzieren – auf den Nutzer und dessen Situation zugeschnitten.
Die Vermarktung der Flexibilität von E-Auto, Batterie, PV-Anlage und Wärmepumpe der Kunden spielt ebenfalls für fast alle Stadtwerke mittelfristig eine wichtige Rolle. clever-PV schafft dazu derzeit Schnittstellen für die Partner, über die sie auf Echtzeitdaten, Prognosen und die Steuerung der Endgeräte Zugriff erhalten. Auch die App wird hierfür erweitert, damit Steuereingriffe aus dem virtuellen Kraftwerk (VPP) dem Nutzer verständlich erklärt werden. Aufgrund der noch geringen Durchdringung mit intelligenten Messsystemen spielen die optimierte Beschaffung und die Flexibilitätsvermarktung bei den meisten Stadtwerken kurzfristig noch keine Rolle. Mittel- bis langfristig ist es aber für die meisten der Partner ein zentrales Element ihrer Strategie.
Daher plant auch die Mehrheit der Stadtwerke mit einer clever-PV Whitelabel-App einen breiten Rollout des HEMS an alle Bestandskunden. Dieser erfolgt aber bei fast allen (95 %) gestaffelt, das heißt nach und nach an gewisse Zielgruppen. Der überwiegende Anteil beginnt dabei mit den Kunden aus dem EDL-Geschäft (75 %) sowie im Bundle mit dem dynamischen Tarif (65 %). Dadurch, dass die Whitelabel-Apps über eine kostenlose Basisversion verfügen, lassen aber fast alle Stadtwerke (95 %) jeden Kunden und auch Nicht-Kunden die App nutzen. Einzelne bewerben sie auch bereits.
Es zeigt sich also: neben der Einbettung in eine Gesamtstrategie ist auch ein agiler Ansatz sinnvoll. Das Produktangebot wird in kurzen Zyklen eng an den Bedürfnissen der Kundinnen und Kunden weiterentwickelt und optimiert.
Das HEMS wird damit für Stadtwerke zu einem Schlüsselbaustein der digitalen Energiewelt. Sie schaffen Nähe zum Kunden, eröffnen neue Erlösmodelle und verbinden technische Innovation mit strategischem Nutzen. Wer heute integriert, erprobt und agil weiterentwickelt, legt die Grundlage für zukünftigen Markterfolg – und stärkt zugleich seine Rolle im Energiesystem der Zukunft.
Willi Appler ist Co-Founder von clever-PV. Mit über 70.000 registrierten Nutzern und über 100.000 verbundenen Endgeräten ist clever-PV einer der führenden HEMS-Anbieter in der DACH-Region. Über 500 Gerätemodelle von mehr als 80 Herstellern können mit wenigen Klicks durch den Nutzer selbst eingebunden werden. Monitoring, PV-Überschusssteuerung und Optimierung auf dynamische Tarife sowie Energiegemeinschaften stehen zur Verfügung. Mit durchschnittlich 4,2 von 5 Sternen bewerten über 500 Nutzer die Apps in den App Stores.